Viele Eltern beobachten bei ihren Kindern unterschiedliche Gangbilder. Besonders auffällig ist der sogenannte Vorfussgang, bei dem Kinder überwiegend auf den Zehenspitzen laufen und die Fersen kaum oder gar nicht den Boden berühren. Gerade im frühen Entwicklungsalter ist das nicht immer ein Grund zur Sorge – dennoch lohnt sich ein genauer Blick.
Ein zeitweiliger Vorfussgang tritt häufig bei Kindern auf, die gerade erst laufen lernen.
In den ersten Monaten nach dem Laufbeginn (etwa zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr)
experimentieren Kinder mit verschiedenen Bewegungsmustern. In dieser Phase gilt
Zehenspitzengehen oft als normal. Bleibt der Vorfussgang jedoch über
das 2.–3. Lebensjahr hinaus bestehen, sollte er fachlich abgeklärt werden.
Eltern können auf einige typische Anzeichen achten: Das Kind läuft überwiegend
oder ausschliesslich auf den Zehenspitzen, auch barfuss. Die Fersen berühren
den Boden kaum. Häufig wirkt die Wadenmuskulatur sehr aktiv oder verkürzt,
während das Kind Schwierigkeiten hat, bewusst mit der ganzen Fußsohle zu gehen.
Physiotherapie kann hier eine zentrale Rolle spielen. Zunächst wird untersucht, ob
der Vorfussgang funktionell oder strukturell bedingt ist. In vielen Fällen handelt es
sich um einen sogenannten habituellen Vorfussgang – also ein erlerntes
Bewegungsmuster ohne neurologische Ursache.
Die physiotherapeutische Behandlung setzt spielerisch an. Ziel ist es, das Körpergefühl,
die Wahrnehmung der Füsse und die Beweglichkeit im Sprunggelenk zu fördern. Durch gezielte
Dehnungen der Wadenmuskulatur, Kräftigung der Fuss- und Rumpfmuskulatur sowie
Gleichgewichtsübungen wird das natürliche Gangbild unterstützt.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Elternanleitung. Eltern lernen, wie sie im Alltag spielerisch
Fersenbelastung fördern können – etwa durch bestimmte Spiele, Barfusslaufen auf
unterschiedlichen Untergründen oder bewusste Bewegungsanreize. In manchen Fällen erfolgt
die Therapie in Zusammenarbeit mit Kinderärzt:innen oder Orthopäd:innen.
Zusammengefasst gilt: Vorfussgang ist nicht automatisch problematisch, sollte aber beobachtet werden.
Wenn er über längere Zeit anhält, kann Physiotherapie frühzeitig unterstützen und helfen, ein gesundes, stabiles Gangbild zu entwickeln.
Beim Vorfussgang bei Kindern stehen wir Ihnen an unseren Standorten in Dübendorf und Zürich gerne zur Verfügung – vereinbaren
Sie einen Termin für eine persönliche Beratung oder physiotherapeutische Behandlung.